Projekte
Projekt der Kl.8b: Japan nach dem Erdbeben
Nach den erschütternden Ereignissen in Japan haben wir, die Schüler der Klasse 8b des Gymnasiums Mengen, uns mit diesem Thema befasst und Artikel zu verschiedenen für uns interessanten und uns aufwühlenden Themenbereichen erstellt, sodass auch die anderen Schüler einen Einblick in die furchtbare Situation Japans bekommen. Das Mindeste, was wir jetzt für Japan tun können, ist uns in der Schule damit auseinanderzusetzen und möglicherweise einen Projekttag zu diesem Thema zu veranstalten.
Lara Stumpp, Jovanna Burkard, Valeria Novelo, Nadja Vögtle
JAPAN –
Nach den schrecklichen Ereignissen am 11.03.2011, die wir geschockt in den Medien mit verfolgt haben, fragen wir uns nun, wie die Bevölkerung mit dieser Lage zurechtkommt. Durch das Erdbeben und den Tsunami haben Tausende ihr Leben verloren. Die Überlebenden müssen unter dramatischen Zuständen in Notunterkünften ausharren. In den betroffenen Gebieten sieht es aus, als ob ein verheerender Krieg das Land heimgesucht hätte. Von unzähligen Japanern fehlt noch jede Spur.
Die Versorgung ist schwierig, es mangelt an Wohnraum und die Kälte lässt nicht nach. Der allgemeine Nahrungsmangel wird durch die teilweise verstrahlten Lebensmittel nur noch verstärkt. Der aufgerissene Erdboden blockiert Verkehrswege und macht die Versorgung der abgelegenen Städte unmöglich. Vor allem die Supermärkte nördlich von Tokio sind schon seit kurz nach dem Beben ausverkauft. Die Hilfsorganisationen (wie z.B. Aktion Deutschland hilft) versuchen vergeblich die Lage in Japan zu verbessern. Für uns Deutsche ist es unverständlich, wie die Japaner in solch einer Situation ihre Disziplin und Normalität beibehalten. Zum Beispiel stehen die Menschen stundenlang in genau gekennzeichneten Warteschlangen für Wasser an. Es ist ein Kampf gegen den Tod. Für die Japaner ist dieses Verhalten selbstverständlich, da es ihnen sozusagen in die Wiege gelegt wurde. Viele Japaner starten, nachdem sie die Namen ihrer Angehörigen nicht auf den Überlebenslisten gefunden haben, eigenmächtig Suchaktionen und begeben sich dadurch nur noch selbst in Gefahr. Etwa 50% der Personen, die der hohen Strahlung ausgesetzt sind, sterben innerhalb weniger Tage, sofern sie nicht behandelt werden. Mit Plastikkapuzen und Mundschutz versuchen besorgte Mütter ihre Kinder vor Strahlen zu bewahren. Die Japaner sind in solch schweren Situationen immer füreinander da. Nachbarn helfen sich gegenseitig, wo sie nur können. Schockiert und sprachlos betrachten wir die Bilder, die die dramatische Lage der Betroffenen zeigen.
Ein Beitrag von Jovanna Burkard, Lara Stumpp, Nadja Vögtle und Valeria Novelo.
Helfer sind dem Tode geweiht!
Seit Tagen hören wir von den dramatischen Ereignissen in Japan. Dabei interessiert uns, was die Helfer dazu bewegt, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen mit der schrecklichen Gewissheit, dass sie sterben werden, weil sie Mitmenschen vor der Verstrahlung retten. Diese Helfer kann man aufgrund ihres Mutes und ihrer Tapferkeit gar nicht genug bewundern.
Werden diese Helfer ihren heroischen Einsatz bald mit ihrem Leben bezahlen müssen ?
Das Herzzereißende an dieser Aktion ist, dass die Leistungsfähigkeit der Helfer im AKW enorm abnimmt und ihr Krebsrisiko steigt! Diese Menschen opfern ihr Leben, obwohl nur Funken voll Hoffnung bestehen die Kernschmelzung zu verhindern.
140 Feuerwehrkräfte versuchen unter Hochdruck voller Mut und Elan die Leute vor einem „Super GAU“ zu bewahren.
Nach dem aktuellen Stand der Dinge wurde schon bei sechs Arbeitern radioaktive Strahlung in mehr als 250 Millisievert gemessen; dieser Wert wäre im Vergleich zu Deutschland schon mehr als das 12-fache überschritten. Was dies für die Helfer bedeutet, kann man sich nur annähernd vorstellen.
Rund 120 Atomarbeiter quälen sich durch die heruntergekommene Atomkraftruine und werden laufend durch brennende und explosionsartige Erschütterungen behindert!
Wegen der hochgiftigen Dosis von radioaktiver Strahlung können und müssen sich die Helfer in kurzen Schichten abwechseln.
Das Schicksal der Helfer bleibt weiter ungewiss.
Wahrscheinlich geben die Medien nicht mehr bekannt um die Angst der Mitmenschen nicht zu schüren!
Von Jana Sterk und Madleen Haberstroh
Der Schrecken nimmt kein Ende
Jeden Tag eilen neue Schreckensnachrichten um die Welt und ergreifen uns jedes Mal aufs
Neue. Leider gibt es auch weiterhin keine Entwarnung für uns alle. Damit wir überhaupt
noch den Überblick über die katastrophalen Ereignisse in Japan behalten, haben wir eine
Chronologie verfasst.
Als wir am Freitag, den 11. März 2011, um 6.45 Uhr vom Erdbeben in Japan erfuhren, dem
Schlimmsten seiner Geschichte, waren wir alle zutiefst geschockt. Doch welche
Auswirkungen das Beben der Stärke 9,0 haben würde, konnte zu diesem Zeitpunkt nur
erahnt werden, denn um 16.00 Uhr Ortszeit raste eine riesige Flutwelle der Höhe 10m auf
die Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu zu. Aber die Welt konnte immer noch nicht
durchatmen, da Tokio immer wieder von Nachbeben erschüttert wurde. Die Zeit lief und
Tokio schien vom Unglück nicht verschont. Fast jede Minute erreichten uns neue
Nachrichten, wie um 18.30 Uhr japanischer Zeit. Die japanischen Medien meldeten, dass im
Atomkraftwerk Onagawa ein Feuer ausgebrochen sei und in einem Reaktor des
Atomkraftwerkes Fukushima I die Kühlung ausgefallen sei. Der atomare Notfall wurde
schließlich um 20.30 Uhr (Ortszeit)von der Regierung ausgerufen. Um 22.00 Uhr Ortszeit
schien dann wenigstens ein Problem gelöst, da das Feuer im AKW Onagawa gelöscht wurde.
Trotzdem wurde die Evakuierungszone von 2km auf 3km ausgeweitet.
Am Samstag, den 12. März 2011, um 6.40 Uhr Ortszeit, ließen die Arbeiter in Reaktor 1 des
Atomkraftwerkes Fukushima I, um einer weiteren Katastrophe vorzubeugen, kontrolliert
Druck ab. Innerhalb des AKWs stieg die Strahlung unglaublich; auf das 1000fache des
Normalwertes. Ungefähr 20 min. später wurde die Evakuierungszone plötzlich auf 10km
ausgeweitet, da sich die Situation noch nicht gebessert hatte. Das Kühlsystem im Reaktor 2
von Fukushima I war, bzw. ist immer noch, beschädigt. Plötzlich hatte das AKW Fukushima II,
neben zwei Reaktoren des AKWs Fukushima I, Probleme mit drei Reaktoren. Möglicherweise
hatte in Fukushima I eine Kernschmelze begonnen. Das traf auch uns zutiefst. Als es dann um
16.00 Uhr Ortszeit auch noch zu einer Wasserstoffexplosion in Fukushima I kam, waren wir
uns nicht mehr so sicher, ob dies nicht auch bei uns passieren könnte. Aufgrund dessen
wurde die Evakuierungszone auf 20km erweitert. Um 22.30 Uhr Ortszeit beschloss die
Regierung, den Reaktor 1 mit Meerwasser zu fluten.
Am nächsten Tag, Sonntag, der 13. März 2011, wurde dann allerdings um 8.00 Uhr Ortszeit
bekannt, dass nun auch in einem dritten Reaktorblock des Atomkraftwerks Fukushima I die
Kühlung ausgefallen sei; somit waren mittlerweile sechs Reaktoren betroffen.
Am Montag, den 14. März, versuchen sie um 16.30 eine erneute schreckliche Katastrophe zu
verhindern und bereiten die Einleitung von Meerwasser in der Reaktorblock 2 vor. Doch um
22.00 Uhr scheint es dann doch noch eine Katastrophe zu geben, denn es wird erklärt, dass
in drei Reaktoren doch noch die Kernschmelze droht. Mit diesen furchtbaren Nachrichten
steigt nicht nur die Angst in Japan sondern auch bei uns.
Dienstag steigt die Gefahr einer Kernschmelze um 00.15 Uhr noch einmal, denn die
Brennstäbe im Reaktorblock 2 sind nicht mehr mit Wasser bedeckt. Schon um 6.15 kommt
es dann zu einer weiteren Explosion im Reaktor 2 , diese ist schon die Dritte in dem Werk.
Doch die nächste Explosion lässt nicht auf sich warten und so gibt es eine
Wasserstoffexplosion um 8.54 Uhr im Block 4, eingeleitet durch Feuer. Der Block wird dann
um 11.00 Uhr gelöscht, aber in der Außenwand klaffen trotzdem zwei große Löcher. Am
Abend verschlechtert sich die Situation, denn in Tokio wird nun auch erhöhte Radioaktivität
gemessen, des versetzt das ganze Land in Schrecken und nun schrillen auch bei der
deutschen Regierung die Alarmglocken, denn keiner will solch eine Katastrophe wie in
Tschernobyl von 1986 noch einmal erleben.
Mittwoch den 16. März um 0.26 wird die Hilflosigkeit und die Verzweiflung von Japan erst
richtig deutlich, denn sie versuchen nun Block 4 mit Hilfe von Hubschraubern und
Wasserwerfern zu kühlen. Doch um 5.45 Uhr wird nochmals ein Feuer in Block 4 entdeckt.
Um 11.31 Uhr erreicht die Strahlung dann in Fukushima neue Höchstmarken. Am Vormittag
ruft Japans Regierung, um noch Schlimmeres zu verhindern, zum Energiesparen auf. Am
Nachmittag meldet sich dann sogar Japans Kaiser und ruft sein Volk zum Durchhalten auf.
Um 19.45 Uhr : „Die offizielle Zahl der Toten ist auf 4164 gestiegen, ...“ (TV-Sender NHK).
Am Donnerstag, den 17. März, stuft der IAEA-Chef Yukiya Amano die Lage als „sehr ernst“ ein
und kündigt einen baldigen Besuch an. Doch um 8.30 Kündigt sich schon die nächste
Katastrophe an, denn die abgebrannten Brennstäbe im Reaktor 4 stehen kurz vor dem
Siedepunkt. Am Reaktor 3 wird um 9.30 Uhr sogar eine Strahlung von 3782 Mikrosievert
gemessen. Die Armee-Hubschrauber versuchen um 9.50 Uhr noch immer verzweifelt mit
tonnenweise Wasser den Reaktor zu kühlen. 16.00 Uhr wird das Ausmaß der Katastrophe
dann noch deutlicher sichtbar an den 15 000 Toten und Vermissten. Währenddessen kühlen
die Streitkräfte um 19.35 Uhr den Block 3 Doch es will keine Ruhe einkehren, denn um 22.30
Uhr steigt über Reaktor 2 erneut Rauch auf. Eine halbe Stunde später, um 23.00 Uhr scheint
doch noch ein kleiner Schimmer Hoffnung durch das Chaos, denn die Strahlung sinkt von 309
auf 289 Mikrosievert.
Um 2.00 Uhr am Freitag ,den 18. März 2011, führt Japans Gesundheitsministerium
Strahlentests für Lebensmittel ein, um sicher zu gehen, dass man ohne Angst essen und
trinken kann. Noch ein Erfolgserlebnis ist um 3.30 Uhr, denn ein Stromkabel wurde
erfolgreich in den Reaktor 2 verlegt. Armee und Feuerwehr beginnen mit Wasserwerfern um
14.00 Uhr den zweiten Kühlversuch am Reaktor 3 In Fukushima geht es voran und ein
nächstes Stromkabel ist erfolgreich in den Reaktor I. verlegt worden. Die Zahl der Mitarbeiter
im AKW wird um 17.29 Uhr auf mehr als 120 Personen erhöht. Die Reaktoren 5 und 6 sollen
um 18.54 Uhr durch einen Diesel-Generator versorgt werden, somit ist die
Notstromversorgung wieder hergestellt. Um 20.00 Uhr erklärt Ministerpräsident Kan: „Wir
werden Japan neu aufbauen.“ Die Lage sei zwar weiterhin „sehr ernst“, werde aber „in nicht
weiter Ferne“ unter Kontrolle gebracht. Die Tokioter Feuerwehr setzt selbst um 0.45 Uhr ihre
Bemühungen fort, den Reaktor 3 von Fukushima mit Wasser zu kühlen. Diese Helfer, die sich
in eine solche Gefahr begeben um dem Land zu helfen, kann man wahrlich Helden nennen.
Die nächste frohe Botschaft kommt dann am Samstag, den 19. März, um 16.18, denn die
Regierung teilt mit, dass sich die Situation um den Reaktor 3 verbessert habe und sich
stabilisiere. Somit hätten die Kühlaktionen durch Wasserwerfer ihre Wirkung nicht verfehlt,
da mehr Wasser in Reaktor 3 festgestellt worden sei.
Am Sonntag, den 20. März 2011, hatte Block 2 um 17.45 Uhr Ortszeit nach Angaben von
Tepco (Tokyo Electric Power Company) wieder Strom. Endlich konnten auch wir wieder ein
wenig durchatmen. Um 20.58 Uhr japanischer Zeit wurden die Reaktorblöcke 5 und 6 wieder
gekühlt und waren endlich wieder in einer stabilen Lage. Erleichtert erfuhren wir um 23.14
Uhr Ortszeit, dass die Temperatur in allen Fukushima- Abklingbecken Werte von unter 100°C
erreicht hatten, das hieß, dass sich die Lage zunehmend verbesserte; zumindest hofften wir
das.
Allerdings kam am Montag, den 21. März 2011, dann doch wieder eine schreckliche und
überraschende Neuigkeit. Zuerst haben wir alle gehofft, dass die Krise in den AKWs, nach den
Hoffnungsschimmer am Sonntag, beinahe überwunden wäre, doch dann erfuhren wir, dass
über den Reaktoren 2 und 3 Rauch und Dampf aufgestiegen ist. Also doch keine Entwarnung!
Außerdem verbietet die Regierung den Verkauf von Spinat und anderem Blattgemüse wegen
radioaktiver Strahlung.
Doch am Dienstag, den 22. März gibt es wieder gute Neuigkeiten, denn alle sechs Reaktoren
haben wieder Verbindung zur Stromversorgung. Die Kühlsysteme sollen wieder in Betrieb
genommen werden.
Die Stadtregierung von Tokio warnt am Mittwoch vor belastetem Trinkwasser, deswegen
sollen Babys kein Leitungswasser mehr bekommen, das versetzt natürlich die ohnehin schon
beunruhigten Eltern in Angst um ihre Kinder und sich. Weiterhin verbessert sich die Lage
nicht, denn es steigt erneut Rauch auf und Arbeiter müssen den Kontrollraum fürs Erste
verlassen und räumen.
Am Donnerstag, den 24. März, steigt auch bei uns wieder die Sorge, weil zwei Arbeiter ins
Krankenhaus müssen, wegen zu hoher Strahlenbelastung. Ein Weiterer erleidet auch eine zu
hohe Dosis, muss aber nicht ins Krankenhaus.
Sogar zwei Wochen nach der Katastrophe, am Freitag, den 25. März 2011, scheint die
Situation noch immer nicht unter Kontrolle gebracht. Bis jetzt werden 10 000 tote
Tsunamiopfer gemeldet und es werden noch über 17 000 weitere Angehörige vermisst.
Außerdem empfiehlt die Regierung den Bereich von 20-30 km freiwillig zu verlassen.
Erst das Erdbeben, dann der Tsunami und nun der Atom-GAU. Was muss diese Land noch
alles ertragen ? Diese Chronologie könnte man noch immer weiter führen, denn jeden Tag
erreichen uns neue Nachrichten und es bleibt die bange Frage, ob es überhaupt eine Rettung
aus dieser Katastrophe gibt.
Ein Bericht von Carina Schneider und Eva Reiser, Klasse 8b,
Quellen: Schwäbische Zeitung, Bild am Sonntag, Welt am Sonntag, LVZ- Online
Hilfe naht!
Wir sind noch immer von dem GAU ergriffen und schockiert, der in Japan unzählige Opfer gefordert hat. Auch wir wollen helfen und haben recherchiert: Viele Hilfsorganisationen aus 70 Staaten arbeiten zusammen, um Japan zu helfen. Warum braucht eines der reichsten Länder der Welt jede unserer Spenden, kann sich das Land nicht selbst helfen?
In der ersten Woche nach dem Unglück wurden schon mehrere Millionen Euro an Spenden gesammelt. Doch immer wieder fragen wir uns: Für was werden unsere Spenden genutzt? Noch nie wurde für ein Industrieland gespendet! Es ist noch immer unklar, wie hoch der Bedarf an Spenden ist. Trotz des guten Katastrophenschutzsystems ist das größte Problem die zerstörte Infrastruktur, denn dadurch kommen die Hilfskräfte nur schwer zu den Menschen in den Krisengebieten. Decken und Essen werden nicht benötigt, da dies in Japan vorhanden ist. Das einzige, was sie brauchen sind Spenden für den Wiederaufbau des Landes.
Eine der wichtigsten Hilfsorganisationen ist das Deutsche Rote Kreuz, das eine direkte Partnerschaft mit Japan führt, somit wird sicher gestellt, dass unsere Spenden ihr Ziel erreichen. Wir können den Opfern des GAU auch helfen, indem wir Geld auf das Konto 414141, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 37020800 überweisen. Aber auch die Caritas sammelt Spenden. In Stuttgart veranstalteten sogar vier professionelle Orchester ein Benefizkonzert für die Katastrophenopfer in Japan.
Obwohl Geld gegen die radioaktive Strahlung nichts nützt, kann es doch viel Not lindern.
Was sollen wir tun? Schickt Vorschläge an die Klasse 8b!
Lena Burth und Melissa Wannenmacher