Ein außergewöhnliches Schulprojekt hat in dieser Woche Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Mengen zusammengebracht – und gleichzeitig eine Brücke bis in die Ukraine geschlagen. Anlass war eine beeindruckende Präsentation von Thomas Stehle, der bereits mehrfach Hilfsgütertransporte in die Ukraine organisiert hat.
Stehle stellte den Jugendlichen seine neueste Idee vor:
Schulmobiliar für eine sogenannte „Bunkerschule“ in der ukrainischen Stadt Warwa, östlich von Kiew. Dort müssen viele Schülerinnen und Schüler ihren Unterricht teilweise in Schutzräumen abhalten, um bei Luftalarm sicher zu sein. Für diese besonderenKlassenräume werden dringend Tische, Stühle und weiteres Mobiliar benötigt.
Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 des Gymnasiums Mengen ließen sich von dem Projekt sofort begeistern. Am Dienstag machten sie sich nach Sigmaringen auf den Weg, um dort tatkräftig mit anzupacken. In der ehemaligen Bertha-Benz-Schule warteten zahlreiche Möbelstücke darauf, verladen zu werden. Gemeinsam mit Helfern luden die Jugendlichen Tische, Stühle und weiteres Schulmobiliar in einen Lastwagen mit Anhänger.
Die Aktion zeigte eindrucksvoll, wie engagiert junge Menschen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Innerhalb weniger Stunden war der LKW voll beladen und bereit für die lange Reise Richtung Ukraine.
Nur drei Tage später und rund 2100 Kilometer entfernt erreichte die Lieferung ihr Ziel. Große Freude herrschte am Gymnasium Mengen, als Fotos aus Warwa eintrafen: Darauf zu sehen waren ukrainische Schülerinnen und Schüler, die den Lastwagen aus Deutschland entluden. Das Mobiliar wird nun in der dortigen Bunkerschule eingesetzt und ermöglicht vielen Kindern bessere Lernbedingungen.
Das Projekt steht unter dem Motto „Schüler für Schüler“. Es zeigt, wie Solidarität und praktische Hilfe über Ländergrenzen hinweg funktionieren können. Vielleicht ist diese Aktion sogar der Beginn eines engeren Austauschs zwischen deutschen und ukrainischen Schülerinnen und Schülern – eine Verbindung, die weit über diesen Hilfstransport hinausreichen könnte.
Am Donnerstag, den 30.04.2026 gab es außerdem ein Meeting zwischen Schülerinnen und Schülern aus Warwa und den Klassen 9 und 10 des Gymnasiums Mengen. Die Teilnehmenden haben sich gegenseitig Fragen gestellt. Die Gruppe aus Warwa erzählte aus ihrem Alltag mit dem Krieg. Außerdem stellten die Schüler große Unterschiede zwischen den Schulen fest. Beispielsweise dürfen die ukrainischen Schüler in der Schule ihr Smartphone benutzen. Noch ein Beispiel ist, dass die Schule in Warwa erst um 8:15 Uhr beginnt.
Text: Vielen Dank an Fr. Westermann, Fotos: Vielen Dank an Fr. Westermann, Hr. Bien und Hr. Stehle! April 26


















